Monty von der Nebelbeeke war unser Familienmitglied. Er war vermutlich ein Mix aus Labrador und vielleicht Magyar Vizsla; ganz genau weiß man es aber nicht. Wir haben diesen lustigen Gesellen am 30.8.2008 aus dem Tierheim Wau-Mau-Insel in Kassel geholt. Er wurde im Jahre 2007 irgendwann geboren; genaues Datum ist leider unbekannt. Monty stammt ursprünglich aus dem Tierheim in Ungarn. Er kam dann etwa Mitte des Jahres 2008 nach Deutschland in das Tierheim Wau-Mau-Insel. Er wurde dann nach ein paar Wochen an eine Familie vermittelt, die ihn aber dann wohl doch nicht so lieben konnte, wie der kleine Wirbelwind es verdient hätte. Er musste dann nach ein paar Wochen wieder zurück ins Tierheim, weil er bei der Familie viele Dinge kaputt gemacht haben soll, da er offenbar nicht genug Aufmerksamkeit und Beschäftigung bekam. Nun saß Monty wieder hinter Gitterstäben und freute sich wie ein Baby über jedes freundliche Wort und jede Streicheleinheit. Wir machten zu dieser Zeit gerade einen Besuch im besagten Tierheim, weil wir für unsere süße Lexa einen lustigen Spielkameraden als Zweithund suchten. Da fiel uns Monty in die Augen und er streckte seine Pfote durch das Gitter und wimmerte so traurig, als wollte er uns sagen: "Nimm mich doch bitte, ich bin auch ganz lieb". Wir erkundigten uns, was es mit diesem kleinen Kerl so auf sich hat und machten mit ihm einen kleinen Spaziergang außerhalb des Tierheimgeländes. Er war so glücklich, dass ihn jemand aus dem Käfig holte und mit ihm Gassi ging, dass er wie ein kleiner Wirbelwind umhersauste. Er war zwar noch sehr jung, aber er hörte schon ganz gut auf die Kommandos "komm, platz, sitz und natürlich auf seinen schönen Namen". Für den nächsten Tag vereinbarten wir einen weiteren Termin mit dem Tierheim, bei dem wir Monty unserer Lexa vorstellen wollten, um zu testen, wie die beiden sich verstehen, denn das war die erste Voraussetzung, sonst hätten wir ihn leider nicht aus seinem tristen Tierheimleben befreien können. Das Treffen zwischen den beiden Mäusen verlief so gut, dass sie schon nach etwa 10 Minuten die besten Kumpels waren und sie spielten freudig miteinander. Die folgende Woche fuhr ich jeden Nachmittag zu Monty und führte ihn aus. Er freute sich jedes Mal seines Lebens, wenn er mich sah. Nun war da noch das Problem, dass Monty sich nicht nur mit Lexa gut verstehen musste, sondern er dürfte auch unseren 6 Katzen kein Haar zu krümmen versuchen. Also vereinbarten wir nach einer Woche einen Probetag, an dem wir ihn mit nach Hause nehmen durften. Wir holten ihn dann samstags ab und fuhren mit ihm heim. Bevor es ins Haus ging, wurde natürlich erst mal ausgiebig mit Lexa getobt und dann wurde es spannend, wie Monty sich nun mit den Katzen versteht. Er ging mit ins Haus und bestaunte erst einmal alles ganz neugierig. Er lief überall umher und war so aufgeregt, dass er für die Katzen gar keine Zeit hatte. Als er sich alles angeschaut hatte, guckte er dann mal ganz vorsichtig zu den Katzen hin, ließ sie aber in Ruhe. Nach diesen vielen großen und neuen Eindrücken in seinem neuen zu Hause war es dann für uns klar, dass er bei uns bleiben soll und so machten wir dann alles fest und seither lebt Monty nun bei uns. Er fühlte sich hier sooo wohl und er verstand sich von Tag zu Tag besser mit Lexa und den Katzen und es machte viel Freude den beiden Hundis zuzusehen, wie sie umhertobten. Leider kam die Zeit, in der Monty dann sehr krank wurde. Es fing an mit ein wenig Lahmheit im linken Vorderbein. Wir fuhren zum Tierarzt deshalb und es wurde eine Entzündung im Gelenk vermutet. Er bekam Schmerzmittel, die entzündungshemmend wirken sollten. Ein paar Tage später war das Humpeln weg und wir fuhren zu einem 1-Tages-Urlaub nach Soltau. Dort machte er plötzlich einen sehr schlappen Eindruck und wollte auch nicht so richtig fressen und spielen. Wir gingen dann abends irgendwann schlafen und Monty schlief auch die ganze Nacht ruhig. Am nächsten Morgen sprang er wie von der Tarantel gestochen dann aus dem Bett, rutschte weg und tat sich fürchterlich weh. Ich dachte, er hätte sich nun etwas gebrochen. Wir gingen dann noch kurz Gassi und dann legte er sich hin. Eine halbe Stunde später schrie er bei jeder Bewegung laut auf und weinte ganz fürchterlich mit dicken Kullertränen. Mir war klar, so konnten wir nicht nach Hause fahren. Also machten wir einen Tierarzt in Soltau ausfindig und brachten Monty dort hin. Die Ärztin hat ihn dann untersucht und sie machte eine Röntgenaufnahme; gebrochen war nichts, aber es ging ihm plötzlich so schlecht, dass wir dann in eine andere Tierklinik nach Lüneburg überwiesen wurden, wo Monty dann auch 3 Tage bleiben musste. Er bekam Infusionen und Medikamente, die dann vorübergehend eine Besserung brachten, so dass wir ihn dann nach drei Tagen wieder mitnehmen durften. Leider verschlechterte sich sein Zustand innerhalb von zwei Tagen, so dass er dann wieder in eine Tierklinik musste, wo er dann auch wieder stationär bleiben musste. Mir riss es fast das Herz raus, dass ich ihn dort allein lassen musste. Man war der Meinung, er hätte eventuell einen Bandscheibenvorfall und es wurde eine OP in Erwägung gezogen, welche aber ohme MRT nicht stattfinden könne. Die MRT-Untersuchung konnte leider nicht bei unserem Tierarzt gemacht werden, so dass wir dann nach Braunschweig in eine gute Klinik überwiesen wurden, wo dann die schreckliche Diagnose "Hirnentzündung, mit Abzessbildungen und Hirnödem" festgestellt wurde. Er bekam noch am gleichen Tag starke Medikamente und wir brachten ihn wieder zurück in die Klinik. Leider konnte keines der Medikamente mehr helfen und sein Zustand wurde immer schlechter; er konnte sich so gut wie gar nicht mehr bewegen und es war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir dann die Entscheidung treffen mussten, ihn von seinen schweren Leiden zu erlösen. Dieser Gang war sehr schwer, aber leider konnten wir ihm nichr mehr helfen und er sollte nicht lämger leiden. Monty war ein so toller Hund, der immer in unserem Herzen einen Platz haben wird.

 

Lieber Monty, verzeih uns diesen Schritt und wir werden Dich immer lieben und in Gedanken immer bei Dir sein. Machs gut mein Freund, vielleicht sehen wir uns im Regenbogenland mal wieder.